Eisenbahn-Epochen in den USA

Eisenbahn-Epochen in den USA

Dies ist ein Versuch die US-amerikanische Eisenbahngeschichte in Epochen einzuteilen. Offiziell gibt es so eine Gliederung in den USA nicht.

Im Jahre 1828 ging die erste öffentliche (Pferde-)Eisenbahnlinie, die Baltimore & Ohio Railroad zwischen Baltimore and Elicott Mill Maryland (Spurweite 1638 mm), in Betrieb.
1830 fuhr auf dieser Strecke die erste Dampflok der Vereinigten Staaten von Amerika.

1830 – 1850 „Der Anfang“
Bau einzelner Eisenbahnstrecken durch private Eisenbahngesellschaften.

1850 – 1860 „Das Netzwerk“
Entstehung eines Eisenbahnnetzwerkes durch Verbindung der verschiedenen Eisenbahnlinien zwischen Mississippi und Ostküste.

1860 – 1870 „Der Aufbruch“
1862 beauftragt die Regierung der USA die Gesellschaften Union Pacific und Central Pacific mit dem Bau einer transkontinentalen Eisenbahn, die die Westküste mit der Ostküste Amerikas verbinden soll.
Bereits nach 7 Jahren Bauzeit wird diese Verbindung 1869 fertiggestellt. Dies war der Anfang der „Eisenbahn Ära“.

1870 – 1910 „Die Eisenbahn Ära“
In der amerikanischen Geschichte wird dieser Zeitraum als Railroad Era bezeichnet. Der Eisenbahnbau blüht und die Erschließung des Landes geht so schnell vorwärts wie nie zuvor. Das Land wächst durch die Eisenbahn immer näher zusammen. Das Schienennetz verzweigt sich immer mehr und immer mehr Eisenbahngesellschaften kommen hinzu. Es entsteht ein regelrechtes Reisefieber. Vor allem der Westen erlebt ein einmaliges Wachstum (Landwirtschaft, Bergwerksbau, etc.).

1910 – 1950 „Die Blütezeit der Eisenbahn“
Der Höhepunkt der amerikanischen Eisenbahnlinien. Mit über 415.000 km Länge stellen sie 1937 fast ein Drittel aller Eisenbahnkilometer der Welt dar. Heute sind es nur noch ca. 300.000 km.
Die Union Pacific bekommt 1942 die größten Dampflokomotiven der Welt, den legendären „Big Boy“.

1950 – 1970 „Die Diesellok kommt“
Ab 1950 erfolgt die allgemeine Einführung der Diesellokomotiven.

1970 – ??? „Amtrak und die Verstaatlichung“
Das Gesetz über den Schienenpersonennahverkehr (Rail Passenger Service Act) von 1970 ermöglicht es den privaten Eisenbahngesellschaften, den defizitären Personenverkehr an eine extra dafür gegründete quasi-staatliche Nationale Eisenbahngesellschaft (National Railroad Passenger Corporation) abzutreten. 1971 erfolgt dann die Gründung der AMTRAK, die seitdem das Monopol auf den Langstrecken-Schienenverkehr besitzt.

2002: Die Amtrak steht kurz vor dem endgültigen Aus. Die Eisenbahngesellschaft hat in ihrer über 30 jährigen Geschichte noch nie schwarze Zahlen geschrieben und die Geduld von Präsident George W. Bush und seiner politischen Freunde bei den Republikanern nähert sich dem Ende. Sie befürworten eine Zerschlagung des Konzerns, bei der für Amtrak nicht mehr viel übrig bleiben würde: Eine der letzten Gewinn bringenden Strecken, Washington-Boston, soll dabei ebenso privatisiert werden wie der gesamte Regionalverkehr im Westen und in der Mitte des Landes. Was bliebe wäre nur noch das Gebiet zwischen Washington, New York und Boston, das heute in Teilen zumindest Profite erwirtschaftet. Setzt sich der Plan durch, wäre 150 Jahre nach der Erschließung Amerikas durch die Eisenbahn ein Mythos endgültig am Ende.
Mehr Informationen zu der von einigen Politikern gewünschten Privatisierung und zur Geschichte der AMTRAK finden Sie hier..

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